Geldveranlagung

 

Unter Geldveranlagung verstehen wir im Unterschied zum Fondssparen das Einbringen größerer Beträge (Untergrenze meist € 50.000-100.000) zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Oft ist der Grund dafür, dass Sparverträge auslaufen oder bedeutende Summen geerbt werden.

Bei einer solchen Veranlagung ist es besonders wichtig die richtige Anlageform und entsprechende Streuung zu prüfen

Geldveranlagung - Einbringen größerer Beträge © shutterstock

Details

Die Veranlagung großer Summen auf einmal, ist statistisch gesehen in den meisten Fällen rentabler als ein gestaffelter Einstieg, erfordert jedoch eine höhere Risikotoleranz. Studien zeigen, dass eine Einmalanlage in drei von vier Fällen zu einem höheren Endvermögen führt, da das Geld länger investiert ist und somit mehr Zeit hat, Rendite zu erwirtschaften.

1. Statistisch besser: Einmalanlage

  • Warum? Aktienmärkte haben eine positive Renditeerwartung. Jeder Tag, an dem das Geld nicht investiert ist, ist ein Tag, an dem potenziell Rendite verpasst wird.
  • Vorteil: Weniger komplex, geringerer Verwaltungsaufwand und keine langen Wartezeiten, die durch Inflation das Kapital entwerten.
  • Wann sinnvoll? Wenn Sie den Betrag langfristig (10+ Jahre) anlegen wollen und Marktschwankungen emotional gut verkraften können.

2. Psychologisch besser: Gestaffelter Einstieg (Trancheninvestment)

  • Warum? Wenn Sie alles auf einmal investieren und die Kurse kurz darauf fallen, kann dies zu Panikverkäufen führen. Ein gestaffelter Einstieg über 2-3 Etappen oder einen Sparplan beruhigt die Nerven.
  • Vorteil: Verringert das Risiko, das gesamte Geld exakt am Höchststand zu investieren (Verlustaversion).
  • Nachteil: Statistisch geringere Renditeerwartung im Vergleich zum Einmalerlag.

Wichtige Grundsätze bei großen Summen

  • Strukturierung: Teilen Sie das Kapital auf. Ein Teil in risikoreichere Anlagen (ETFs, Aktien) und ein Teil als Sicherheitsbaustein (Tagesgeld, Festgeld).
  • Schuldenabbau: Prüfen Sie, ob hochverzinsliche Schulden vorhanden sind, die zuerst getilgt werden können.
  • Depotführung: Achten Sie auf Gebühren beim Umschichten. Hier helfen professionelle Vermögensverwaltungen, da diese meist zu Flat Rates kaufen.
  • "All-Time-High"-Angst: Studien zeigen, dass das Investieren am Allzeithoch nicht signifikant schlechter abschneidet als das Warten auf einen Rücksetzer, da ein Rücksetzer oft nicht oder zu spät kommt.

Fazit

Wer rational handelt und einen langen Anlagehorizont hat, investiert die Summe sofort. Wer ruhig schlafen möchte und Angst vor einem direkten Absturz hat, teilt den Betrag auf. Wichtig ist jedoch, den Prozess nicht über Jahre hinzuziehen, sondern zeitnah zu investieren.