Pflegeversicherung
Wird eine Person, egal aus welchem Grund zum Pflegefall (Alter, Krankheit, Unfall, Kräfteverfall) so fallen oftmals nicht nur Einnahmen weg, sondern es entstehen noch dazu beträchtliche Kosten für die Pflege.
Egal ob Pflege durch Familienangehörige – welche vielleicht Ihre Arbeitsstunden reduzieren müssen – oder durch 3. Person welche natürlich auch entlohnt werden müssen, es kann schnell teuer werden.

Details
In Österreich basiert die Absicherung im Pflegefall auf einer Kombination aus staatlichem Pflegegeld und privater Vorsorge. Da die Kosten für professionelle Pflege oft die staatlichen Leistungen übersteigen, gewinnt die private Pflegeversicherung an Bedeutung.
1. Gesetzliches Pflegegeld (Staatliche Basis)
- Funktion: Es handelt sich um eine steuerfinanzierte Leistung, die den Mehraufwand durch Pflegebedürftigkeit pauschal abdecken soll.
- Voraussetzungen: Ein monatlicher Pflegebedarf von mehr als 65 Stunden, der von Sachverständigen festgestellt wird.
- Pflegestufen: Es gibt sieben Pflegestufen, die sich nach dem monatlichen Stundenaufwand richten (Stufe 1: > 65 Std., Stufe 7: > 180 Std. plus Extremsituationen).
- Höhe (2026): Die monatlichen Beträge variieren stark (z.B. Stufe 1: € 206,20, Stufe 4: € 888,50).
2. Private Pflegeversicherung (Vorsorge)
- Zweck: Schließt die finanzielle Lücke zwischen dem staatlichen Pflegegeld und den tatsächlichen Pflegekosten, insbesondere bei Heimunterbringung oder 24-Stunden-Betreuung.
- Leistungsarten:
- Pflegetagegeld: Monatliche Geldleistung, oft ab Pflegestufe 3, 4 oder 5.
- Pflegekostenversicherung: Übernimmt nachgewiesene Kosten.
- Pflegerentenversicherung: Zahlung einer lebenslangen Rente.
- Besonderheiten: Oftmals beitragsfrei im Pflegefall (Prämienbefreiung).
3. Pflegeformen in Österreich
- Häusliche Pflege: Wird durch das Pflegegeld unterstützt. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen wird zu Hause versorgt, oft durch Angehörige.
- 24-Stunden-Betreuung: Eine häufige Lösung, wenn eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung zu Hause nötig ist, welche durch das Pflegegeld (insb. ab Stufe 3) bezuschusst wird.
- Stationäre Pflege: Pflege im Heim, welche am teuersten ist und oft zu hohen Eigenanteilen führt.
4. Warum private Vorsorge sinnvoll ist
- Pfleglücke: Das staatliche Pflegegeld reicht oft nicht aus, um die hohen Kosten für eine professionelle Pflege (besonders im Heim) zu decken.
- Entlastung der Angehörigen: Private Mittel ermöglichen den Zukauf professioneller Hilfe, was Familien entlastet.
Es wird empfohlen, eine Pflegeversicherung frühzeitig abzuschließen, da die Prämien von der Gesundheit und dem Eintrittsalter abhängen.
